Fledermausliegewiese

Stand: Konzeptskizze vom Dezember 2016, Feinplanung abgeschlossen bis voraussichtlich Ende 2018

Ausgehend vom Thörls Park sollen entlang der Geestachse neue Fledermaushabitate geschaffen werden. Liege- und Sitzmöglichkeiten sollen in den Abendstunden das Beobachten der Fledermäuse ermöglichen. Es soll ein Treffpunkt für Führungen und ein Ort der Entspannung entstehen, der gleichzeitig zur spielerischen Auseinandersetzung mit den tierischen, urbanen Mitbewohnern anregt.

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Eine vielfältige Liegelandschaft
Das Prinzip einer Picknickdecke wird in feste Holzliegen über-tragen – zwei stehen entlang des Baumgürtels südlich des Spielplatzes und eine weitere in der zentralen Grünfläche. Die Lage bietet größtmögliche Ruhe von den umliegenden Straßen und geringen Lichteinfall aus der Umgebung. Die variierenden Sitz- und Liegemöglichkeiten bieten sowohl Platz für einzelne Besucher als auch für größere Gruppen. Tagsüber sind sie ebenso vielfältig nutzbar und können zum Sonnen, Klettern oder Beobachten verwendet werden. Einfache Fledermausquartiere werden in geeigneter Höhe an ausgewählten Bäumen befestigt.

„Bat Facts“ und „Horchboxen“
Mit kurzen Texten, den „Bat Facts“ (engl. Fledermaus-Fakten), auf integrierten Stahlblechen sollen Besucher mehr zu den vorkommenden Arten erfahren. Die Holzdecks und Info-Paneele sollen mit Fledermaussilhouetten bedruckt sein, um so auch Vorbeigehende aufmerksam zu machen. Sogenannte „Horchboxen“, mit denen Fledermausrufe auf Knopfdruck wiedergegeben werden, sollen in einige der Lehnen eingebaut werden. Eine der Horchboxen soll mit Echtzeitdetektoren ausgestattet werden, mit denen die Ultraschallwellen der Fledermausrufe „live“ hörbar gemacht werden. Zwei Horchparaboloide sollen das Echoortungssystem direkt und spielerisch veranschaulichen.

Weitreichendes Pflanzkonzept
Neue Pflanzungen, sowohl trocken-durchlässiger als auch feuchter Standorte mit einem hohen Anteil nachtblühender Arten, sollen eine große Vielfalt an Insekten anlocken, die den Fledermäusen als Nahrungsgrundlage dienen. Großsträucher werden ergänzt mit ausladenden Stauden- und Wildblumensäumen. Arten, welche Nachtfalter und Schmetterlinge anziehen, sind zum Beispiel Schlehe, Himbeere, Apfelrose, Minze, Salbei, Nachtviole, Zitronentaglilie und die duftende Nachtkerze. Die neue Bepflanzung soll in die übergeordneten Bürgerprojekte „Bunte Achse“ und „Essbare Stadt“ entlang der ganzen Grünachse eingegliedert werden.

Das große Warten
Nach der Umsetzung sollen das Monitoring, die regelmäßige Reinigung der Baumquartiere sowie die Wartung der Horchboxen vom AK für Fledermäuse des NABU übernommen werden. Die Pflege der Pflanzungen soll zum Beispiel in Events der NABU-Jugendarbeit eingebunden werden. Durch die Möglichkeit Fledermäuse zu beobachten und zu erleben, soll deren Schutz öffentlichkeitswirksam unterstützt werden. Entsprechende Informationen werden auch in das Leitsystem entlang der Geestachse integriert. So kann auf weitere Orte für Fledermausvorkommen, wie das Horner Moor und der Hammer Park, mit einem Fledermaussymbol, aber auch durch das Aufhängen von Fledermausquartieren verwiesen werden.


Stadtteil:
Hamm

Kosten:
45.000 Euro

Ideengeber_innen:
Marco Feltmann, NABU AK für Fledermäuse

Mitdenker_innen:
Philip Anz, Sascha Schulz, Patrick v. Schluckmann,
Heike Mues, Elke Kuhlwilm, Isis Haberer

Coaches:
Polinna Hauck Landscape + Urbanism